Sinn und Unsinn von nofollow

Sinn und Unsinn von nofollow

Im ersten Artikel zum Thema nofollow, Durch nofollow versickert Linkjuice, habe ich ja gestern geschrieben, warum nofollow bei internen Links nicht nur keinen Sinn macht, sondern einer Website sogar schadet. Im heutigen Artikel geht es darum, wann der Einsatz von nofollow sinnvoll ist und wann nicht.

Eigentlich gibt es nur noch einen Fall, bei dem die Verwendung von nofollow sinnvoll ist.

Nofollow bei Werbung und bezahlten Links

Viele Websites und Blogs schalten Werbebanner um damit Einnahmen zu erzielen. Diese Werbebanner enthalten einen Link, der in der Regel zu der Website führt, für die die Werbung gemacht wird. Außerdem gibt es Firmen, die für einen Textlink Geld bezahlen. Genau für diese Fälle ist der nofollow-Wert ursprünglich gedacht gewesen. Wenn diese Links nicht mit nofollow ausgezeichnet würden, könnten große Firmen in großem Stil Links kaufen und sich damit Vorteile beim Google-Ranking verschaffen.

Natürlich ist dies auch heute möglich. Wer allerdings Links verkauft und diese nicht mit nofollow auszeichnet, muss damit rechnen, dass Google den Pagerank seiner Website herabstuft und diese eventuell sogar beim Ranking auf weit hinten liegende Plätze verweist.

Für die meisten anderen Anwendungszwecke macht nofollow dagegen keinen Sinn. Dies gilt vor allem für die folgenden Fälle:

1. Nofollow bei Blogkommentaren

Standardmäßig ist WordPress so eingestellt, dass bei Kommentaren der Kommentator seine Website angeben kann. Zur Vermeidung von Spamkommentaren, die nur geschrieben werden, um einen Link auf die eigene Website zu erhalten, werden diese Links mit nofollow ausgezeichnet. Dies hilft allerdings nur bei Blogkommentaren, die manuell gesetzt werden. Wer sich ein bisschen damit auskennt, erkennt diese manuell gesetzten Spamkommentare leicht und gibt diese erst gar nicht zur Veröffentlichung frei.

Vor Kommentaren, die von Spam-Bots abgeschickt werden, schützt nofollow dagegen nicht. Diese prüfen erst gar nicht, ob ein Blog Kommentare mit nofollow auszeichnet oder nicht. Einen guten Schutz vor automatisch versandtem Kommentar-Spam bietet dagegen das WordPress-Plugin Antispambee, das Spamkommentare zuverlässig filtert.

2. Nofollow zur internen Verlinkung

Bis 2009 war es in SEO-Kreisen durchaus üblich, nofollow zur Verteilung des internen Linkjuices einzusetzen. Unterseiten, die für das Ranking einer Website nicht relevant waren, wie z.B. das Impressum, wurden mit nofollow ausgezeichnet. Dadurch wurde erreicht, dass der Linkjuice sich nur auf relevante Unterseiten verteilte.

Diese Vorgehensweise ist heute nicht mehr empfehlenswert. Der Grund dafür ist, wie bereits geschildert, dass die linkgebende Seite zwar genauso den Linkjuice abgibt wie vorher. Der Linkjuice wird aber nicht wie bisher unter den nicht-nofollow-Seiten aufgeteilt, sondern unter allen Seiten. Der Anteil, der dabei auf die nofollow-Seiten entfällt, versickert. Dies hat zur Folge, dass innerhalb der Website Linkjuice verloren geht und die Website dadurch insgesamt schwächer wird. Deshalb solltet ihr z. B. auch das Impressum nicht mit nofollow verlinken, denn die Seite würde bei nofollow den Linkjuice nicht weitergeben. Um zu vermeiden, dass das Impressum von Google indexiert wird, reicht es, beim robots-Metatag den Wert noindex anzugeben, also so:

<meta name="robots" content="noindex,follow" />

3. Nofollow zur Vermeidung von Duplicate Content

Wenn der gleiche Inhalt unter mehreren URLs veröffentlicht wird, spricht man von Duplicate Content (DC). Google wertet dies ab, so dass Seiten mit DC im Ranking zurückgestuft werden. Deshalb haben viele Webmaster lange Zeit Seiten auf denen DC enthalten war, mit nofollow ausgezeichnet. Im Februar 2009 haben Google, Yahoo und Microsoft dann den Canonical-Tag eingeführt, mit dem man DC kennzeichnen kann:

<link rel=”canonical” href=”http://www.example.com/original/” />
(Quelle: Suchmaschinentricks.de)

Dieser Code leitet auf die Seite um, die den Originalinhalt enthält und vermeidet somit Duplicate Content. Eine Auszeichnung mit nofollow zur Vermeidung von Duplicate Content ist damit nicht mehr nötig.

Morgen, im dritten Teil der Artikelreihe über nofollow, beschreibe ich mehrere Lösungen, mit denen ihr eure WordPress-Kommentare nofollow-frei machen könnt.

Artikelreihe über nofollow:

Teil 1: Durch nofollow versickert Linkjuice

Teil 3: WordPress auf dofollow umstellen

Veröffentlicht von

Cujo

Die Webmaster-Zentrale wurde im Januar 2010 von mir gegründet. Dabei haben mich 3 Internetauftritte maßgeblich beeinflusst. Zum einen die Website des t3n-Magazins, www.t3n.de, auf der immer sehr interessante Artikel zum Thema Webseitenerstellung gepostet wurden. Genau solche Artikel wollte ich auch schreiben. Dann bin ich schon seit mehreren Jahren im Homepage-Forum, www.homepage-forum.de, aktiv. Im Laufe der Zeit stellte ich fest, dass dort immer die gleichen Fragen gestellt wurden. Jedesmal darauf die gleichen Antworten zu geben, war erstens langweilig, zweitens zeitraubend und drittens hat es sich nicht gelohnt, die Fragen ausführlich zu beantworten. In der Webmaster-Zentrale greife ich jetzt oft Fragen auf, die im Homepage-Forum gestellt wurden und habe die Möglichkeit die angesprochenen Themen viel detaillierter zu behandeln. Bei wiederkehrenden Fragen poste ich dann einen Link zu einem Artikel in der Webmaster-Zentrale. Dadurch erhalten die User ausführlichere Antworten als normalerweise in einem Forum üblich. Die Idee, Informationen bereitzustellen und diese im Forum zu verlinken, habe ich von Daniel, www.homepage-faqs.de, übernommen. Daniel bezeichnet sich selbst als Forenhelfer und ist sehr aktiv im Homepage-Forum. Er hat schon zahllosen Usern mit seinen Informationen geholfen und ihnen die Grundlagen der Webseitenerstellung erklärt. Diese 3 Webauftritte hatten einen so großen Einfluss auf mich, dass ich sicher behaupten kann, dass es ohne sie die Webmaster-Zentrale nicht geben würde.

13 thoughts on “Sinn und Unsinn von nofollow”

  1. Für mich macht nofollow prinzipiell gar keinen Sinn – auch nicht bei sog. bezahlten Links, da sich ohnehin keiner dran hält (auch nicht Google!) und auch ein bezahlter Link sehr wohl als Empfehlung und zum Thema weiterführender Link angesehen werden darf.

    Kleiner ergänzender Hinweis:

    a) Bezahlte Links -> Es ist eine nachdrückliche Aufforderun von Google, diese mit nofollow zu deklarieren.

    b) Priorisierung des Crawlen -> Ein Widerspruch in sich. Mit nofollow kenntzeichen aber eine Priorität setzen!? Google empfielt interne Links damit zu versehen, zu denen beispielsweise eine Registrierung notwendig ist.

    Google Richtlinien

    Mein Fazit: Ein Attribut was kein Mensch braucht und als Blogbetreiber entfernen sollte.

  2. Hallo klingt interessant, aber wie belegst Du diese Aussagen?
    Ich meine, Du schreibst ja nicht “es könnte sein, dass Linkjuice versickert”, sondern dass es so ist.

  3. Als Beleg kann ich dir den Sistrix-Artikel aus dem ersten Beitrag von mir angeben. Außerdem den Artikel von Matt Cutts zu dem Thema. Und wenn man sich überlegt, wie nofollow entstanden ist, macht auch nur die von mir geschilderte Vorgehensweise Sinn.

    Eine 100%ige Garantie kann ich dir natürlich nicht geben, dass es so ist. Aber das ist grundsätzlich bei allen Aussagen zum Thema Suchmaschinenoptimierung so. Da ändert sich im Grunde genommen fast täglich was. Deshalb aber das Thema Suchmaschinenoptimierung zu ignorieren wäre meiner Meinung nach die falsche Konsequenz.

  4. Danke für die Info, der Zusammenhang hat mir gefehlt, bzw. habe ich überlesen. Letztendlich stützt sich aber auch Sistrix nur auf die Aussage von Matt Cutts. Insofern findet man bald viele Blogeinträge als Beweis, die sich dann alle auf Matt Cutts Aussage beziehen.

    Und wie würde man sich bei Google wohl am besten verhalten, wenn diese Suchmachine Probleme hat, dass interne nofollow-Links für Google ungewollt, das Ranking beeinflussen?

  5. @Marko Das kommt darauf an, wie der Code eingebunden wird. Wenn der Code den a href-Tag enthält (ist z. B. bei Amazon möglich) und du diesen nicht mit dem nofollow-Wert auszeichnest, stärkst du tatsächlich das entsprechende Werbenetzwerk damit.

    Wenn der Code aber nur eine Javascript-Datei aufruft (wie z. B. bei Adsense) gibst du keinen Juice an das Werbenetzwerk weiter.

  6. @Ramona Ich will mal nicht hoffen, dass bei dir im Header aller Seiten “noindex” eingetragen ist. Dann würde Google ja keine Seite von dir in den Index aufnehmen 😉

    Wenn du willst, dass das Impressum nicht in den Index aufgenommen wird, kannst du es per robots.txt von der Indexierung ausschließen. Nimm einfach folgenden Eintrag in deine robots.txt auf:

    User-agent: *
    Disallow: /impressum/

    Eine andere Möglichkeit bietet das Plugin Platinum SEO Pack. Damit kannst du auch für einzelne Seiten “noindex” setzen. Für das Impressum verwendest du am besten die Einstellung “noindex, follow”.

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