Ist eure Website valide?

Muss eine Webseite valide sein?

In vielen Webmaster-Foren wird bei der Bewertung von Webseiten Wert darauf gelegt, dass diese valide sind. Doch wie wichtig ist eigentlich die Validität einer Webseite? Hat man durch eine valide Webseite Vorteile bei Google? Warum gibt es im Internet so wenige valide Seiten? Diese und andere Fragen versuche ich in diesem Artikel zu beantworten.

Was bedeutet Validität überhaupt?

Validität in Bezug auf Webseiten bedeutet, dass eine Webseite die Standards, die das W3C festgelegt hat, einhält. Dieses Gremium wurde gegründet von Tim Berners-Lee, der als Erfinder des WWW und als Vater von HTML gilt. Das W3C bietet auf einer Webseite einen Validator an, mit dem man die Validität (Gültigkeit) einer Webseite überprüfen kann. Wenn dieser Test fehlerfrei durchlaufen wird, gilt eine Webseite als valide.

Welche Vorteile hat eine valide Webseite?

Eine Webseite, die valide ist, also die Standards des W3C einhält, soll in allen Browsern fehlerfrei angezeigt werden. Leider ist das aber nur graue Theorie. Denn selbst eine völlig fehlerfreie Webseite wird von manchen Browsern nicht richtig angezeigt. Besonders negativ zeichnet sich hier oftmals der Internet Explorer aus, der die W3C-Standards nicht alle richtig umsetzt.

Aber trotzdem ist es sinnvoll, eine Webseite valide zu machen. Denn bei einer validen Webseite sind nur wenige Anpassungen notwendig, damit sie in allen aktuellen Browsern richtig angezeigt wird. Zumal man bei einer Seite, die nicht valide ist, nie sicher sein kann, wie sie angezeigt wird. Außerdem kann man bei nicht validem Code nie sicher sein, wie lange er richtig angezeigt wird. Hält sich eine Webseite dagegen an die W3C-Standards kann man dagegen davon ausgehen, dass sie auch in einigen Jahren noch richtig angezeigt wird.

Warum sind so viele Seiten im Internet nicht valide?

Der Grund, warum so viele Webseiten nicht valide sind, liegt darin, dass die meisten Browser den HTML-Code einer Webseite sehr großzügig auslegen. Oftmals wird z. B. von dem Ersteller einer Webseite das schließende Tag weg gelassen. Solche Fehler korrigieren die meisten Browser automatisch. Für den Ersteller der Webseite ist das natürlich praktisch. Im Gegensatz zu einer Programmiersprache wie PHP erscheint bei HTML keine Fehlermeldung und die Seite wird trotzdem oftmals richtig dargestellt. Zumindest in dem Browser, den der Entwickler zum Testen der Webseite benutzt. In anderen Browsern kann das aber, wie bereits erwähnt, wieder anders aussehen.

Ein weiterer Grund, warum viele Webseiten nicht valide sind, liegt in der Einbindung von fremden Code-Fragmenten. Wer z. B. Werbung auf seiner Webseite eingebunden hat, kriegt oftmals einen Javascript-Code geliefert, der für die Einblendung der Werbung zuständig ist. Ist dieser nicht sorgfältig programmiert, wird die Werbung zwar richtig angezeigt, die Seite ist aber nicht mehr valide. Das gleiche gilt z. B. auch für schlampig programmierte WordPress-Plugins, die auch Validierungsfehler erzeugen können.

Auch Homepage-Baukästen, die von manchen Hostern angeboten werden und schlecht programmierte HTML-Editoren (einen besonders schlechten Ruf genießt in dieser Hinsicht Frontpage) erzeugen oftmals nicht validen Code.

Wieso ist die Google-Seite nicht valide?

Wenn man die Google-Webseite vom W3C-Validator überprüfen lässt, werden zur Zeit 37 Fehler angezeigt. Eigentlich sollte man doch gerade bei Google erwarten können, dass sie eine valide Webseite erzeugen können. Warum ist das dann trotzdem nicht der Fall? Die Antwort darauf ist, dass es sich dabei um Absicht handelt. Die Google-Seite wird jeden Tag unzählige Male aufgerufen. Da zählt jedes Byte, das zuviel übertragen wird. Durch das Weglassen von schließenden Tags wie z. B. </body> und </html> läßt sich einfach Speicherplatz einsparen. Für Google ist nun mal die Größe einer Webseite und die Anzeigegeschwindigkeit wichtiger als die Einhaltung der W3C-Standards.

Google Webseite nicht valide
Nicht valide Google-Webseite

Ist eine valide Webseite für das Google-Ranking wichtig?

Die Antwort auf diese Frage ist umstritten. In einem Interview aus dem Jahre 2008, das von bloggonaut.net auf Deutsch zusammengefasst wurde, sagt der Google-Mitarbeiter Matt Cutts, dass die Einhaltung von Webstandards in keinster Weise das Ranking einer Webseite verbessert (Punkt 19). Dafür spricht auch, dass man unter den großen Webseiten (z. B. tagesschau.de, spiegel.de) selten eine finden wird, die valide ist. Wenn eine Seite allerdings so viele Validierungsfehler hat, dass die Suchmaschinen Schwierigkeiten haben, sie richtig zu interpretieren, könnte das schon eine Rolle beim Ranking spielen.

Wie kann man eine valide Webseite erstellen?

Dass eine Webseite, die sich an die W3C-Standards hält, einige Vorteile bietet, habe ich in diesem Artikel geschildert. Wie ihr eine valide Seite erstellt und wie ihr die häufigsten Validator-Fehlern korrigiert, das erfahrt ihr in dem zweiten Artikel zu diesem Thema, der morgen erscheint.

Webseiten richtig validieren

Veröffentlicht von

Cujo

Die Webmaster-Zentrale wurde im Januar 2010 von mir gegründet. Dabei haben mich 3 Internetauftritte maßgeblich beeinflusst. Zum einen die Website des t3n-Magazins, www.t3n.de, auf der immer sehr interessante Artikel zum Thema Webseitenerstellung gepostet wurden. Genau solche Artikel wollte ich auch schreiben. Dann bin ich schon seit mehreren Jahren im Homepage-Forum, www.homepage-forum.de, aktiv. Im Laufe der Zeit stellte ich fest, dass dort immer die gleichen Fragen gestellt wurden. Jedesmal darauf die gleichen Antworten zu geben, war erstens langweilig, zweitens zeitraubend und drittens hat es sich nicht gelohnt, die Fragen ausführlich zu beantworten. In der Webmaster-Zentrale greife ich jetzt oft Fragen auf, die im Homepage-Forum gestellt wurden und habe die Möglichkeit die angesprochenen Themen viel detaillierter zu behandeln. Bei wiederkehrenden Fragen poste ich dann einen Link zu einem Artikel in der Webmaster-Zentrale. Dadurch erhalten die User ausführlichere Antworten als normalerweise in einem Forum üblich. Die Idee, Informationen bereitzustellen und diese im Forum zu verlinken, habe ich von Daniel, www.homepage-faqs.de, übernommen. Daniel bezeichnet sich selbst als Forenhelfer und ist sehr aktiv im Homepage-Forum. Er hat schon zahllosen Usern mit seinen Informationen geholfen und ihnen die Grundlagen der Webseitenerstellung erklärt. Diese 3 Webauftritte hatten einen so großen Einfluss auf mich, dass ich sicher behaupten kann, dass es ohne sie die Webmaster-Zentrale nicht geben würde.

22 Gedanken zu „Muss eine Webseite valide sein?“

  1. Danke für diesen aufschlussreichen Artikel – ich habe in Sachen Validität und Nicht-Validität nur Grundkenntnisse und war bislang auch nicht in der Lage, die Zusammenhänge richtig einzuschätzen. Nun ist aber ein wenig Licht ins Dunkel gekommen 😉

    Viele Grüße
    Jasmina

  2. Gelungener Artikel. Aber wie lautet die Antwort?

    Ein spannendes Thema was Du da aufgegriffen hast. W3C als Hüter des Codes gegen die Interessen von Suchmaschinen und Browseranbietern. Anders kann man es nicht bezeichnen.

    Wer eine gute Webseite einstellen möchte, sollte immer mal die Seiten durch den Validator überprüfen lassen und zumindest das gröbste an Fehlern abstellen. Ich würde es begrüßen, sich da nicht all zu sehr von den global playern beeinflussen zu lassen.

  3. Schöner Artikel und danke für den Hinweis auf meinen Artikel 😉 Also die HTML validität einer Webseite ist definitv KEIN direkter Rankingfaktor. Indirekt höchstens durch zuviel Müllcode(?), der den Crawler darin hindert, die Webseite richtig zu crawlen und die die Ladezeiten der Seite in die höhe treibt. Da muss man aber schon einiges falsch machen 😉

    Gruß

  4. @Jasmina Freut mich, dass ich dir das Licht einschalten durfte 😀

    @Chandor Du hast recht, eine klare Antwort habe ich im Artikel nicht gegeben. Ich denke, eine valide Webseite ist kein Muss, aber es ist ein Vorteil, wenn die eigene Webseite valide ist. Und wenn man die Sache richtig angeht, ist es auch nicht schwierig, eine selbst geschriebene Website valide zu bekommen. Bei einem Blog ist es schon schwieriger, wie ich auch im Artikel geschrieben habe (Werbung, Plugins).

    @Jonas Gut, dass du das nochmal klargestellt hast. Es gibt viele Leute, die das noch anders sehen. Aber durch die Recherche zu diesem Artikel bin ich auch zu der Ansicht gelangt, dass Validität kein Rankingkriterium ist.

  5. Ich habe für XHTML-Seiten mal ein XHTML-Grundgerüst inkl. Einbindung einer CSS-Datei und UTF-8-Kodierung erstellt.

    Das nehme ich immer als Vorlage für neue Webseiten. In das Sytesheet nehme ich gleich immer das Reset Stylesheet von Eric Meier auf, damit man keine überraschungen welebt, wenn man die Seite mit dem IE öffnet 🙂

    Den XHTML-Code bastel ich generell nur valide, wobei CSS-Validität in Zeiten von herstellerspezifischen Erweiterungen kaum noch möglich ist.

    Update: Was ist bei einem Blog schwieriger, um eine standard-valide Seite zu erhalten? Mein WordPress validiert ohne Probleme mit selbstgestricktem Design 🙂

  6. Eine valide Webseite ist zwar schön und sollte natürlich auch zur Grundausstattung eines jeden Webdesigners gehören, nur in Sachen SEO bringt es null Vorteile. Wer also meint seine Webseite aus diesem Grund valide machen zu müssen, ist auf dem Holzweg.

  7. Interessantes Thema. Wenn ich mir gerade so uralt-Seite ansehe, mit Tabellenlayout, etc. dann wundere ich mich immer, wie die positioniert sind und die machen heute alles falsch, was man falsch machen kann. Ich glaube jeder kennt solche Seiten …

  8. Über dieses Thema zerbreche ich mir auch sehr oft den Kopf. 100% valide sind all meine Seiten nicht aber tonnenweise Fehler gibts dort natürlich auch nicht.

    Aber uralt Techniken mit Tabellen etc. muss echt nicht mehr sein.

  9. Es bleibt also alles beim Alten; Dreht sich der Gockel auf dem Mist, ändert sich der HTML-Code oder auch nicht!

  10. Validität ist nicht nur in Hinsicht auf korrekte Browserdarstellung wichtig: Wenn man zusätzlich zur Validität auf saubere Struktur achtet, ist der Quellcode innerhalb von Minuten zu durchschauen. Wobei dann natürlich sämtliche Formatierungen auch nicht inline, sondern in einer css-Datei, die eingebunden wird, vorgenommen werden sollten. Wichtigstes Kriterium, gerade für Seiten, die Newsartikel anbieten oder blog-ähnlich erstellt sind, ist die Barrierefreiheit. Valider Code stellt sicher, dass Screenreader sich richtig durch die Contentboxen lesen können. Für Menschen die schlecht sehen können oder gar blind sind, gibt es nichts schlimmeres als eine nicht valide Seite, da der Screenreader dann kreuz und quer völlig unkoordiniert durch die Seite ließt. Da Validität auch Barrierefreiheit bedeutet bindet man so sehbehinderte Menschen in seinen Auftritt mit ein.

    Nebenbei bemerkt hat Validität natürlich auch eine Bedeutung für SEO: SEO-Bedingte Anpassungen am Quellcode sind viel leichter und damit schneller durchführbar.

    Wenn ich eine Hompage erstelle ist der erste Schritt das Template mittels HTML zu erstellen. Und solange bei meinem Firefox unten das Grüne Häkchen nicht zu sehen ist, ist auch mein Template nicht fertig.

  11. @Webentwickler Leider bist du mit deinem Plädoyer für Validität in der Minderheit. Die meisten Webentwickler und Designer halten Validitätstests für überflüssig. Dabei ist es in den meisten Fällen gar nicht viel Arbeit eine Website valide zu bekommen.

  12. Danke für den Artikel. Auch meine Erfahrungswerte zeigen, dass die Validität gewiss nicht missachtet werden sollte, aber über ein paar Fehler sieht zumindest die Suchmaschine gnädig hinweg. Tools welche die Seitenqualität durchleuchten greifen die W3C Werte natürlich auf, um einen weiteren Parameter in der SEO und Qualitätsanalyse zu bieten. Im Praxiseinsatz geht aber – in meinen Augen – die Geschwindigkeit vor. Natürlich sollten die Codefehler aber nicht dazu führen, dass die Seite ewig lädt oder Elemente vom Bot nicht ausgelesen werden können. Man sollte es also noch vom Gewicht der Fehler abhängig machen. Also lieber zig kleine Fehler, weil vielleicht kein komplettes DIV verlinkt werden kann, als 1 big bug, der ein Spidern verhindert. Mein Ziel ist auch immer 100% valide, aber wenn´s nicht geht und zu verschmerzen ist, dann bleibt es halt 😉 Gleiches gilt für die CSS-Validierung – Stichwort hier z.B. „abgerundete Ecken“.

  13. Gibt es eigentlich eine sichere Quelle, die aufschlüsselt, warum die Entwickler vom IE weiterhin eine Ausnahme darstellen und sich immer noch nicht anpassen? Dieser Browser ist und bleibt Gift und wenn die Besucheranalyse meiner Webseite nicht aufzeigen würde, wie viele ihn immer noch nutzen, würde ich ihn nie wieder beachten. Aktuell jedoch vergraule ich damit einfach zu viele Kunden

  14. Wenn die Berichte über den neuen IE 9 stimmen, dann will sich scheinbar Microsoft mit diesem Browser an die Richtlinien halten.

  15. @Sören Mit einer sicheren Quelle kann ich dir nicht dienen, aber meiner Meinung nach war es lange Zeit so gewesen, dass Microsoft eigene Standards setzen wollte anstatt sich an bereits definierte Standards zu halten.

    @hansen Ja, bin auch mal gespannt, ob der IE 9 hält, was er verspricht.

  16. Hier wird ein wichtiges Argument für Validität gar nicht berücksichtigt. Validität ist eine wichtige Grundlage für jede barrierefreie Website. Kleinere Fehler verzeiht auch ein Screenreader, aber nicht validen Spaghetti-Code nicht.

  17. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich auch nicht soviel auf die Validität meiner Seiten gebe. Es funktioniert ja auch so und da die meisten Browser mittlerweile über so einige Fehler hinwegsehen und die Seiten trotzdem korrekt angezeigt werden, hat man auch keinen akuten Grund die Seite W3C konform zu gestallten. Erst wenn es sich negativ auswirkt, hat man ein wirkliche Motivation zu handeln. Ich glaub auch dass es Google egal ist, sonst würden Sie ja selber bei Ihren Seiten Wert darauf legen. Ich denke auch das es wichtiger ist eine performante Seite zu haben, die schnell lädt. Ander e Faktoren sind wichtiger…
    LG,
    Joshua

  18. Monsen,
    was passiert, wenn bei der jetzigen WM zwei Mannschaften beschließen ohne Abseits zu spielen? So verhält es sich auch mit validem Quellcode. Fehlende Standards kosten Unsummen an Kohle … Wenn alle Browser die Pages gleich anzeigen würden, wären 40% aller Webbis arbeitslos … ABM nenne ich es.

    Gruss Silvio

    Ps.: ich bin für Validität.

  19. Eine valide Website ist die Grundvoraussetzung für eine professionell Suchmaschinenoptimierung. Den nur wenn die Seite valide ist kann Sie von Robots richtig gelesen werden und ganz nebenbei ist die Website so barrierefreie. Auch im Hinblick auf mobile friendly und Ladezeit ist das ein wichtiges Thema.

    Beste Grüsse
    Robert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *