Nachbearbeitung von Blogartikeln

Nachbearbeitung von Blogartikeln

Wie editiere ich Beiträge? hat sich Sylvi vor einigen Wochen in einem Artikel selbst gefragt. Da mir das Thema gut gefallen hat, habe ich es kurzerhand für den Webmaster-Friday vorgeschlagen. Das Thema des heutigen Webmaster-Friday lautet Blogartikel später bearbeiten und wenn, wie?. Aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs denke ich mal, dass die Themenwahl kein Zufall war und Martin meine Anregung aufgenommen hat. Wie dem auch sei, ist dieses Thema jedenfalls eine gute Gelegenheit darüber zu schreiben, wie ich meine Artikel nachbearbeite und wann ein Beitrag für mich abgeschlossen ist. Ich denke, dass ich mich in diesem Punkt doch von vielen anderen Bloggern und Webmastern unterscheide.

Meine Artikel werden nie fertig

Also bei mir ist es so, dass ein Artikel eigentlich nie richtig fertig wird. Bevor ich einen Beitrag veröffentliche, lese ich ihn erst 3-4 Mal komplett durch und entferne die gröbsten Fehler. Vor allem kontrolliere ich ihn auch noch auf unnötige danns. „Dann“ ist ein Wort, das ich viel zu oft benutze. Deshalb fliegt meistens die Hälfte davon wieder raus, bevor ich einen Artikel veröffentliche. Wenn ein Artikel endlich online ist, fallen mir meist sofort 2 oder 3 Sachen auf, die ich unbedingt noch schnell ändern muss. Ah, da ist noch ein Komma falsch gesetzt, da sind 2 Wörter zusammengeschrieben, die eigentlich getrennt geschrieben werden müssten usw. Wenn auch diese Phase abgeschlossen ist und ich wirklich beim besten Willen keinen Fehler mehr finden kann, ist der Artikel aber bei weitem noch nicht fertig.

Nach der Veröffentlichung

2-3 Wochen nach der Veröffentlichung baue ich dann noch einen Amazon-Buchtipp ein. Um die Stammleser nicht durch zu viel Werbung verprellen, warte ich damit immer eine gewisse Zeit. Selbst danach kann es aber durchaus sein, dass ich noch Änderungen vornehme. Bei meinen ersten Artikeln in diesem Blog waren z. B. keine Bilder eingebaut. Das habe ich die letzten Tage dann mal nachgeholt. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich am Anfang Suchbegriffe nicht fett markiert habe und auch keine Zwischenüberschriften verwendet habe. Beides ist sowohl für die Suchmaschinenoptimierung als auch für die Lesbarkeit eines Artikels wichtig. Deshalb werde ich das auch bei Gelegenheit mal nachholen und die Beiträge, die nun teilweise schon über ein Jahr auf dem Buckel haben, nacharbeiten.

Blogartikel nachbearbeiten

Fehlerhafte Artikel wirken unprofessionell

Ich sehe schon vor meinem geistigen Auge, dass viele an dieser Stelle den Kopf schütteln und mich für einen unverbesserlichen Perfektionisten halten. Das mag durchaus sein, aber ich sehe das halt so, dass wenn ich einen Fehler nicht entferne, er für alle Zeiten drin bleibt. Außerdem werden auch die älteren Artikel noch sehr oft gelesen, wie ich an den Zugriffszahlen merke. Und ich habe halt sehr hohe Qualitätsansprüche bezüglich meiner eigenen Beiträge. Ich merke das aber auch oft, wenn ich die Artikel anderer Blogger lese. Einen Fehler lasse ich noch durchgehen, aber wenn mir mehr auffallen, wirkt dieser Artikel auf mich unprofessionell. Ich denke, dass ich damit auch nicht vollkommen falsch liege. Jemand, der sich bei der Rechtschreibung keine Mühe gibt, war wahrscheinlich auch bei der Recherche oder beim Programmieren schludrig. Solche Artikel wirken deshalb auf mich weniger glaubhaft.

Keine inhaltlichen Änderungen

Inhaltlich ist ein Artikel für mich aber nach der Veröffentlichung endgültig abgeschlossen. Ich füge dann keine kompletten Absätze mehr hinzu oder lösche was raus. Es sei denn, ein Kommentator macht mich auf einen Fehler aufmerksam. Dann streiche ich diesen Text mit Hilfe des del-Buttons durch, damit der Leser auf den ersten Blick sieht, dass nachträglich etwas geändert wurde. Wenn mir ein Fehler selbst auffällt und es handelt sich nur um eine Kleinigkeit, korrigiere ich den Fehler, ohne ihn durchzustreichen.

Den Fall, dass ein Artikel inhaltlich komplett überholt war, hatte ich bisher noch nicht. Ich würde dann an dem Artikel aber nichts ändern, sondern vielleicht einen neuen Beitrag zum gleichen Thema schreiben, in dem ich auf die neuen Fakten eingehe und beim alten Artikel einen Link zum neuen setzen.

Tote Links

Wie ich im Artikel WordPress-Plugins – Teil 1: Spam, Sicherheit und Usability schon geschrieben habe, verwende ich das Plugin „Broken Link Checker“ um tote Links zu finden. Diese korrigiere ich dann auch noch. Das hat für die Leser den Vorteil, dass die Informationen auch nach Monaten noch nachvollzogen werden können.

Sind euch fehlerfreie Artikel wichtig?

Wie geht ihr vor, wenn ihr einen Artikel schreibt oder eine Webseite erstellt? Achtet ihr auf Fehlerfreiheit oder lasst ihr auch mal Fünfe gerade sein? Schreibt doch bitte in den Kommentaren etwas dazu, wie ihr das handhabt.

Veröffentlicht von

Cujo

Die Webmaster-Zentrale wurde im Januar 2010 von mir gegründet. Dabei haben mich 3 Internetauftritte maßgeblich beeinflusst. Zum einen die Website des t3n-Magazins, www.t3n.de, auf der immer sehr interessante Artikel zum Thema Webseitenerstellung gepostet wurden. Genau solche Artikel wollte ich auch schreiben. Dann bin ich schon seit mehreren Jahren im Homepage-Forum, www.homepage-forum.de, aktiv. Im Laufe der Zeit stellte ich fest, dass dort immer die gleichen Fragen gestellt wurden. Jedesmal darauf die gleichen Antworten zu geben, war erstens langweilig, zweitens zeitraubend und drittens hat es sich nicht gelohnt, die Fragen ausführlich zu beantworten. In der Webmaster-Zentrale greife ich jetzt oft Fragen auf, die im Homepage-Forum gestellt wurden und habe die Möglichkeit die angesprochenen Themen viel detaillierter zu behandeln. Bei wiederkehrenden Fragen poste ich dann einen Link zu einem Artikel in der Webmaster-Zentrale. Dadurch erhalten die User ausführlichere Antworten als normalerweise in einem Forum üblich. Die Idee, Informationen bereitzustellen und diese im Forum zu verlinken, habe ich von Daniel, www.homepage-faqs.de, übernommen. Daniel bezeichnet sich selbst als Forenhelfer und ist sehr aktiv im Homepage-Forum. Er hat schon zahllosen Usern mit seinen Informationen geholfen und ihnen die Grundlagen der Webseitenerstellung erklärt. Diese 3 Webauftritte hatten einen so großen Einfluss auf mich, dass ich sicher behaupten kann, dass es ohne sie die Webmaster-Zentrale nicht geben würde.

11 Gedanken zu „Nachbearbeitung von Blogartikeln“

  1. Hallo Erik,

    ich hatte schon eine Ahnung, dass Du die Finger im Spiel hattest bei dem Webmasterthema in dieser Woche, danke fürs Erwähnen meines Beitrages 😉

    Ich stehe mit Füllwörtern immer auf dem Kriegsfuß. Ich lese die Beiträge genau wie Du nach Fertigstellung ein paar Mal durch, aber oftmals sehe ich dadurch den Wald vor lauter Bäumen nicht und übersehe trotzdem einige stilistische Fehler. Da stehen Wörter wie „auch“, „mal“ oder „noch“ mehrfach in einem Absatz. Daher veröffentliche ich meine Beiträge eher selten sofort. Entweder schaue ich ihn mir erst nach ein paar Stunden noch einmal an oder schlafe sogar eine Nacht drüber.
    Ich sehe es genauso so wie Du, ich kann einen Beitrag einfach nicht „für ernst nehmen“, wenn darin etliche Rechtschreibfehler vorhanden sind.
    Diesen Anspruch stelle ich natürlich auch an mich selber und es fuchst mich immer, wenn mir nach Veröffentlichung Fehler in meinen Beiträgen auffallen, die ich dann natürlich korrigiere. Sie müssen ja nicht für alle Zeiten im www verbleiben 🙂

    Lieben Gruß
    Sylvi

  2. Hallo Erik,

    eine Nachbearbeitung des Textes betrifft nicht nur Blogger, sondern die meisten Webmaster.
    Jeder wird schon festgestellt haben, dass man Fehler bei Anderen sofort sieht, aber die eigenen nur, wenn sie schon online sind, oder gar nicht.
    Eine fehlerfreie Seite muss Standard sein, da ist eine Nachbearbeitung einfach Pflicht.
    Ach ja, die Möglichkeit der nachträglichen Bearbeitung des Kommentars auf Deinem Blog finde ich sehr angenehm, habe diese Funktion schon benützt. :=)

  3. Hallo!

    Da du dich ja selbst als „Perfektionist“ siehst, wollte ich dich auf einen Fehler aufmerksam machen, den ich im Beitrag gefunden habe:

    > “Dann” ist ein Wort, dass ich viel zu oft benutze
    http://www.dassdas.com/

    😉

  4. @hansen Die Korrekurfunktion nutze ich auch sehr gerne. Leider findet man sie nicht auf sehr vielen Blogs.

    @jens Ist korrigiert. Danke für den Hinweis 🙂

  5. Fehlerfreiheit halte ich schon für wichtig.
    Klar kann immer mal etwas durchrutschen, das ist ja auch ganz normal. Das sollte dann aber schon korrigiert werden.
    Stimme dir allerdings auch bei den inhaltlichen Änderungen zu. Da sollte wirklich nur geändert werden, wenn es sich tatsächlich um falsche Information handelt. Alles andere lässt sich dann ja immer in einen neuen Beitrag setzen.

    LG,
    Anna

  6. Leider ist Fehlerfreiheit bei Blogartikeln oder auf Webseiten allgemein keine Selbstverständlichkeit (auch wenn es so sein sollte). 🙁

    Für CMS eignet sich hervorragend das Mozilla Add-On Wörterbuch Deutsch. Das markiert mir dann schon mal alles rot, was nicht im Wörterbuch steht (und dieses lässt sich natürlich erweitern). 😉

    Das Problem mit den Wortwiederholungen kenne ich nur zu gut. Wenn man erst einmal ein Wort gefunden hat, welches einem gefällt, dann setzt man das an jeder Stelle ein, an der es passend erscheint.

    Liest man den Text noch mal in Ruhe durch, kann man oft nur mit dem Kopf schütteln.

    Meistens fallen mir meine eigenen Fehler aber auch erst dann auf, wenn ich etwas Abstand zu dem Text gewonnen habe (und das kann auch eine Weile dauern, ähnlich wie bei Sylvi).

  7. Hi habe auch was gefunden,

    Vor allem kontrolliere ich ihn auch noch auf unnötige danns

    schreibt man das so? Aber du hast recht man sollte öfter auch nachher kontrollieren , was ich schon gefunden habe bei mir 🙁

  8. Ich freu mich auch immer, wenn ich von Lesern auf Tippfehler aufmerksam gemacht werde. Denn trotz Korrekturlesens rutscht einem mal der eine oder andere Fehler durch. Und ja, ich finde es auch schön, orthografisch und grammtikalisch gute texte zu lesen.

    Eine Anmerkung in Sachen nachträglicher Überarbeitung: Wer ein VG Wort Zählpixel eingebaut hat, sollte nachträglich keine Änderungen/Ergänzungen im Artikel mehr vornehmen, die 10 Prozent seines Gesamtvolumens übersteigen. Dann verfallen nämlich alle bereits gezählten Unique Besucher, die Zählung beginnt von vorn und es wird deutlich schwieriger, die 1.500 unique Visitors zu erreichen, die nötig sind, um Tantiemen von der VG Wort zu bekommen.

  9. Ich denke, dass es wichtig ist, Blogartikel im Nachhinein zu bearbeiten. Zum einen schon mal wegen der Aktualität der Links. Aber es taucht auch immer mal wieder eine neue Info auf, die alleine als Artikel nicht wirklich viel her macht. Dann doch lieber einen Update der Artikel.

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