Amazon Route 53 richtig konfigurieren

In dem Artikel wird es um die Konfiguration des Amazon Services Route 53 gehen. Wer eine Webseite auf der Cloud-Umgebung von Amazon hostet, wird früher oder später vor dem Problem stehen, dass eine Domain-Weiterleitung auf eine dynamische IP-Adresse nicht so einfach möglich ist. Hier hilft Route 53.

In unserem Beispiel liegt die Domain bei einem Registrar und die Webseite wird über die Cloud-Umgebung von Amazon gehostet. Diese heisst Elastic Beanstalk (EC2). Üblicherweise hat man dort verschiedene Server-Instanzen gebucht, die über einen Load-Balancer angesprochen werden. Das Problem dabei ist, dass es keine feste IP-Adresse gibt, mit der man die Domain auf die Instanzen oder den Load Balancer mappen kann. An dieser Stelle kommt Route53 ins Spiel.

1. Schritt: Hosted Zone anlegen
In die AWS Console einloggen und den Service „Route 53“ auswählen. Dann eine neue Hosted Zone anlegen („Create Hosted Zone“). Beim anlegen der Zone den Domainnamen ohne www. eingeben und „Public Hosted Zone“ auswählen. Letzteres ist bereits die Default-Einstellung.

2. Schritt: Nameserver konfigurieren
Ihr loggt Euch bei dem Registrar/Webhoster ein, bei dem die Domain liegt und ruft dort den Bereich „Nameserver“ auf. Dieser schaut bei jedem Registrar oder Webhoster etwas anders aus, daher kann es hier leider keinen allgemeingültigen Screenshot geben.

Dort tragt ihr das Nameserver-Set ein, das ihr in der Route 53 erhalten habt. Komischerweise ist dort immer noch ein Punkt hinter der TLD angehängt (z.B. ns-645.awsdns-16.net.). Diese Punkte habe ich bei der Konfiguration des neuen Nameserver-Sets beim Registrar sämtlich weggelassen.

3. Schritt: Aliase festlegen
Mit der Nutzung der externen AWS Nameserver ist es (leider) noch nicht getan. Jetzt müssen noch die genutzten Cloud-Services auf die Hosted Zone gemappt werden. Hier gibt es unterschiedliche Ansätze. Das Mapping kann über CNAME erfolgen oder über einen A-Record. Ich habe mich für die Nutzung von A-Record entschieden.

Egal ob CNAME oder A-Record genutzt wird, es muss eine neues Set in Route 53 generiert werden. Dies geschieht über den blauen Button „Create Record Set“.

In dem sich nun öffnenden Dialogfenster kannst Du festlegen:

  • ob es sich um eine Subdomain oder um das Rootverzeichnis handelt. Wir legen das Record-Set zunächst für die Root-Domain fest. Später kommt dann noch die Version mit www.
  • den Typ des DNS-Eintrages (in unserem Beispiel „A“)
  • Alias: den Radiobutton auf „Yes“ setzen
  • Alias Target: hier wird der Service ausgewählt, über den die Webseite gehostet wird. In unserem Anwendungsfall haben wir dort die URL der Elastic Beanstalk Umgebung ausgewählt.
  • Target Health: haben wir auf „No“ gelassen

4. Schritt: Non-www. auf www. redirecten
Am Ende von Schritt drei sollte sich Deine Domain bereits unter http://www.deinedomain.de und http://deinedomain.de aufrufen lassen. Was noch fehlt, ist die Weiterleitung von non-www auf www.
Auch hier gibt es sicher mehrere Möglichkeiten. Unter Performance-Gesichtspunkten ist es sicher am besten, dass direkt über einen DNS-Eintrag zu machen. Dafür gibt es einen kleinen „Trick“ oder Workaround in der AWS.

Der Workaround schaut so aus, dass man zunächst den AWS Service „S3“ öffnet. Den kennen sicher die meisten als kostengünstigen Online-Speicher.

  • Hier einfach einen neuen Bucket kreieren („Create Bucket“)
  • der Name des Buckets sollte der Name Deiner Domain sein (ohne www.)
  • unter „Set Permissions“ die Public Permissions für „Everyone“ auf „Read“ setzen
  • den Bucket kreieren


Nun den Bucket aufrufen und den Reiter „Properties“ auswählen. Dort die Option „Static Website Hosting“ wählen.

  • dort den Radio Button „Redirect requests“ wählen
  • dann deine Domain mit www. eintragen
  • dann noch das Protokoll auswählen „http“ oder „https“ (Hinweis: damit kann z.B. auch auf der Ebene eine Umleitung von http auf https eingerichtet werden)

5. Schritt: Alias für den S3-Endpoint einrichten
Nun geht es wieder zurück in Route 53. Dort muss nun noch ein A-Record für die www.-Version Deiner Webseite eingerichtet werden. Unter Schritt 3 hatten wir ja zunächst nur den Alias für die Root-Domain eingerichtet.

  • wieder ein neues Record-Set kreieren
  • diesmal mit „www“ vor der Rootdomain
  • Als „Type“ wieder „A“ wählen
  • Den Radio-Button unter „Alias“ wieder auf „Yes“
  • nun den Endpunkt Deines eben kreierten S3-Buckets auswählen (z.b. http://meindomain.de.s3-website-eu-west-1.amazonaws.com )

Fertig!

Nun werden Anfragen einer beliebigen Unterseite (und die Startseite natürlich auch) immer auf die www.-Variante per suchmaschinenfreundlichen 301 umgeleitet.

Veröffentlicht von

Thomas

Thomas beschäftigt sich als Webmaster seit 2006 mit der Erstellung eigener Webseiten. Er nutzt dabei hauptsächlich WordPress.

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